Forderungen und Vorschläge

der Bürgervereine und Initiativen zur Planung des
3. Bauabschnitts der Nord-Süd Stadtbahn

Die Bürgervereine und Initiativen, die die Planung der 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn (NSB) im Sommer 2016 unter Zuziehung neutraler Verkehrsexperten in zwei Workshops eingehend haben durchleuchten lassen, fordern seitdem die Verwaltung der Stadt Köln auf, mit ihnen in Gespräche einzutreten, um die Realisierbarkeit der erarbeiteten Vorschläge miteinander zu diskutieren und nach einvernehmlichen Lösungsmöglichkeiten zu suchen, die die Verträglichkeit der Planung verbessern, die Eingriffe und Kosten minimieren sowie die Bonner Straße als Nebenzentrum stärken.

Bürgervereine und Initiativkreis haben dann auch sehr begrüßt, dass es im Frühjahr 2017 auf Initiative von Verkehrsdezernentin Andrea Blome zu ersten Gesprächen gekommen ist. In Vorbereitung hierauf haben sie im März 2017 vorgeschlagen, sich zunächst auf folgende Forderungen bzw. Vorschläge zu konzentrieren:

  1. Nachweis der Leistungsfähigkeit sämtlicher relevanter Knotenpunkte bei Projektrealisierung im Rahmen einer Mikrosimulation nach dem Stand der Technik.
  2. Erstellung eines ganzheitlichen Verkehrskonzepts für den „Großraum Kölner Süden“, im Rahmen desselben dann auch weitere verkehrliche Alternativen untersucht werden.
  3. Zeitnahe Verlängerung der NSB bis Rondorf und Meschenich.
  4. Modifikation der Planung dergestalt, dass gegebenenfalls durch eine geringfügige – die Leistungsfähigkeit der Bonner Straße nicht nennenswert beeinträchtigende – Verschmälerung der Kfz-Fahrspuren die Trassen für die Fahrbahnen und den Gleiskörper auf der Bonner Straße etwas verschoben werden können, damit
    1. der vorhandene Baumbestand zu einem größeren Teil erhalten bleiben kann,
    2. die Radwege und Bürgersteige nutzer- bzw. bürgerfreundlicher angelegt werden können und so
    3. die städtebauliche Qualität der Straße und Kreuzungen verbessert wird.
  5. Abbiegemöglichkeiten in Wohnquartiere (z.B. an der Marienburger Straße) so zu planen, dass so wenig Ausweichverkehr wie möglich in die angrenzenden Viertel gelangt.
  6. Den Knoten Bonner Straße/Schönhauser Straße/Marktstraße (u.a. durch Minimierung der Vorrangschaltung der Stadtbahn) weniger massiv auszubauen, die Kreuzung damit fußgänger-freundlicher zu machen und die Fällung von erhaltenswerten Bäumen im „Tälchen“ und an der Schönhauser Straße zu vermeiden, sowie möglichst viele Parkplätze für Besucher der dortigen Handelsbetriebe zu erhalten.
  7. Vorstoß bei den Zuschussgebern Bund und Land, den Zuschuss auch dann zu gewähren, wenn der etwa 500 Meter lange Trassenabschnitt zwischen Brühler Straße und Bayenthalgürtel nicht als Rasentrasse ausgeführt, sondern (erhöht) ausgepflastert wird, um Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen im Falle einer Blockade der in diesem Bereich nur jeweils einspurigen Fahrbahn eine Notüberfahrung zu ermöglichen, da das heute praktizierte Ausweichen auf die Gegenfahrbahn infolge der Gleismitteltrasse nicht mehr möglich ist.
  8. Zu überlegen, ob und wie die das Stadtbild in hohem Maße beeinträchtigenden 90 cm hohen Hochflurbahnsteige vermieden werden können.
  9. Die Lage bereits geplanter und die Anzahl und Ausgestaltung evtl. weiterer Fußgängerquerungen bedarfsgerecht zu überprüfen und hierfür das aktuelle Querungsverhalten zu analysieren.
  10. Den Bau des P&R-Parkhauses nordwestlich des Verteilerkreises ganz entfallen zu lassen, weil es – spätestens nach Inbetriebnahme der 4. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn – am falschen Standort liegt.
  11. Die Buswendeschleife an der Arnoldshöhe entfallen zu lassen, den Bus stattdessen – mit weiteren Haltestellen – bis zum Bayenthalgürtel fahren und erst im dortigen Bereich mit einem U-Turn wenden zu lassen. Damit würden dann auch Fahrgäste von und zur Reiterstaffel und Deutsche Welle/Deutschlandfunk ohne Umsteigen bedient werden.

Leider sind diese Gespräche – nach zwei durchaus konstruktiv verlaufenen Gesprächsrunden – seitens der Stadt abgebrochen und trotz eindringlicher Apelle seitens der Initiativen, doch im Dialog zu bleiben, bevor mit einem mutmaßlich nicht erforderlichen Fällen von Bäumen begonnen wird, noch nicht wieder aufgenommen worden.

— Oktober 2017